Eltern leben allein: So merken Sie, wenn etwas passiert
Mehr als die Hälfte der über 85-Jährigen in Deutschland lebt allein.1 Viele Kinder wohnen nicht um die Ecke. Die Frage „Was, wenn Mama stürzt und niemand es merkt?“ kennen viele Familien. Diese Schritte helfen – die meisten kosten nichts.
Kurz gesagt
Am wichtigsten ist, dass ein Notfall schnell bemerkt wird und dann jemand in die Wohnung kommt. Dafür braucht es drei Dinge: eine Routine oder Technik, die auffällt, wenn etwas nicht stimmt; Menschen in der Nähe mit Schlüssel; und Informationen für den Rettungsdienst. Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihren Eltern, nicht über ihren Kopf hinweg.
1. Eine feste Anrufroutine
Ein kurzer Anruf jeden Tag zur gleichen Zeit – etwa morgens nach dem Frühstück – ist die einfachste Absicherung. Vereinbaren Sie, was passiert, wenn niemand abnimmt: erst ein zweiter Versuch, dann ruft jemand die Nachbarin an. Geschwister können sich abwechseln.
2. Menschen in der Nähe mit Schlüssel
Im Ernstfall muss jemand schnell in die Wohnung kommen. Geben Sie einer Nachbarin, einem Nachbarn oder Bekannten in der Nähe einen Schlüssel und tauschen Sie Telefonnummern aus. Wo das nicht geht, kann ein Schlüsseltresor an der Haustür helfen, dessen Code Angehörige und gegebenenfalls der Pflegedienst kennen.
3. Notfalldose und Notfallmappe
Eine Notfalldose im Kühlschrank enthält die wichtigsten Angaben für den Rettungsdienst: Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien und Kontaktpersonen. Ein Aufkleber an der Wohnungstür und am Kühlschrank zeigt, dass es sie gibt. Notfalldosen gibt es günstig in Apotheken und oft kostenlos bei Seniorenbüros. Ergänzend lohnt eine Mappe mit Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Versicherungsunterlagen.
4. Die Wohnung sicherer machen
Viele Stürze lassen sich vermeiden: besseres Licht nachts, keine losen Teppiche, Haltegriffe im Bad. Eine Liste zum gemeinsamen Durchgehen finden Sie im Artikel Stolperfallen in der Wohnung.
5. Technik, die Alarm gibt
Eine Anrufroutine merkt einen Sturz erst Stunden später. Technik kann das verkürzen:
- Hausnotruf mit Knopf: schnell Hilfe per Knopfdruck, wenn der Knopf getragen wird. Mit Pflegegrad gibt es einen Zuschuss der Pflegekasse.
- Notrufuhr: auch unterwegs, muss aber geladen und getragen werden.
- Sensoren in der Wohnung: erkennen Stürze ohne Zutun der Person. Welche Arten es gibt, steht im Artikel Sturzerkennung ohne Armband.
Sicherheit ohne Überwachung
Viele ältere Menschen wollen nicht, dass ihre Kinder jeden Schritt sehen – zu Recht. Achten Sie darauf, dass eine Lösung nur meldet, wenn etwas nicht stimmt, und keinen Tagesablauf aufzeichnet. Und sprechen Sie offen darüber: Wer mitentscheidet, nutzt eine Lösung eher. Tipps für dieses Gespräch finden Sie auf der Seite Für Familien.